Grundlagen

Es gibt ein paar wichtige Mixing Grundlagen, die geklärt sein sollten, bevor Du Dich ans Werk machst!


Mixing Grundlagen

In meinem Praxis-Leitfaden MIXING habe ich alle Mixing Grundlagen (bzw. alle für die Praxis notwendigen!) auf insgesamt 100 Seiten genauestens beschrieben.

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Doch auch hier möchte ich Dich, ohne den Rahmen zu sprengen, auf die wichtigsten Punkte aufmerksam machen, ohne die ein vernünftiger Mix nicht möglich ist!


Abhörbedingungen

Zur vernünftigen Beurteilung Deines Mixdowns benötigst Du neutrale Hörbedingungen. Hierzu gehört, neben der Abhöre, die Raumakustik. Diese wird oft stark unterschätzt!

Jeder Raum liefert unterschiedliche Klangeigenschaften. Regieräume in Tonstudios werden in der Regel so ausgebaut, dass möglichst wenig Nachhall besteht, sprich wenn Du die Wiedergabe Deiner Produktion abrupt stoppst, wirst Du nur sehr geringe Nachhallzeit vernehmen. So ist gewährleistet, dass alles, was Du hörst, tatsächlich von der Aufnahme stammt, und nichts davon bloß durch den Raum entsteht. Eine sehr neutrale Beurteilung ist möglich.

In akustisch ungeeigneten Räumen gibt es dagegen bei Stoppen der Aufnahme Flatterechos und teils starke Nachhallfahnen, mulmige Frequenzüberbetonungen in den unteren Mitten, etc. Wie sollst Du nun wissen, ob diese Phänomene Deinem Mix entspringen, oder bloß durch die mangelnde Raumakustik hervorgerufen werden? Antwort: Du kannst es nicht wissen! Für fundierte Höranalysen ist demnach eine möglichst neutrale Raumakustik von Nöten.


Basis für gute Raumakustik

Die Beschaffenheit eines Raum ist immer die Grundlage für eine gute Raumakustik. Zwar kann man auch einen an sich ungünstig beschaffenen Raum anhand von guten Akustikmodulen hervorragend optimieren, jedoch ist der (Kosten-)Aufwand unverhältnismäßig größer.

Merke: alles, was glatt und hart ist, ist für die Raumakustik schlecht, da es den Schall ungehindert reflektiert. Fliesen, nackte Wände, glatte Böden, Fensterfronten, Glastische, etc. sind somit eher schlecht.

Akustikmodule absorber bassfalle diffusor

Besser sind weiche, poröse, ungleichmäßige Oberflächen. Beispiele: Stühle mit Sitzpolstern, Sofa, dicke Teppiche, dickeVorhänge, Bücherregale, Pflanzen, grobe Tapeten, Bilder an den Wänden, etc.


Akustikmodule

Akustikmodule dienen letztlich zur Perfektion der Raumakustik. Die in meinen Augen wichtigsten Module sind die sogenannten Breitband Absorber in Kombination mit Bassfallen.

Zu den Breitband Absorbern zählen alle Module, die den Hall breitbandig absorbieren, sprich über ein breites Frequenzspektrum hinweg den Hall schlucken.

Der typische Fehler im Homestudio ist der bloße Einsatz von Pyramiden-/Noppenschaumstoff als alleinige Maßnahme. Dieser dämpft ausschließlich die hohen Frequenzen bis maximal 1.000 Hz runter! Die Frequenzen unter 1.000 Hz bleiben völlig unbehandelt! Um diese zu absorbieren, ist Pyramidenschaumstoff einfach zu dünn. Selbst wenn Sie den ganzen Raum damit auskleiden, bleibt der tiefe, wummrige Hall weiterhin vollständig erhalten!

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Der Browne Breitband Absorber weist eine Bautiefe von über 14cm auf und absorbiert somit auch tiefere Frequenzen.

Anders ist es bei speziellen, dickeren Breitband Absorbern! Bei 14cm Dicke haben diese ein Wirkungsspektrum bis etwa 150 Hz runter! Diese können als Absorptionsmaterial z.B. Basotect Schaumstoff oder auch Mineralwolle enthalten. Generell gilt: Egal welches Absorber-Material, es muss dick genug sein, wobei 14cm ein guter Wert ist!

Doch was ist mit den Frequenzen unterhalb dieser 150 Hz? Die müssen ja auch gedämpft werden! Nun: Hier kommen ergänzend die Bassfallen zum Einsatz! Diese haben (je nach Dicke) einen Wirkungsbereich bis weit unter 80 Hz!

Da tieffrequenter Hall sich vorwiegend in den Raumecken tummelt, sind Bassfallen ebendort anzubringen.

Für die Praxis bedeutet das also: kleide Deinen Raum (bis maximal 50% der Wand-/Deckenflächen) mit Breitband Absorbern aus, und bringe in allen (vier) Raumecken Bassfallen an. Somit erhältst Du eine insgesamt lineare Dämpfung des Halls über das gesamte Frequenzspektrum!

Weiteres kannst du später der extra Rubrik „Tonstudio Akustik“ entnehmen, die ich inzwischen noch eingerichtet habe, da das Thema doch sehr wichtig ist und im Internet extrem viel Halbwissen dazu besteht.


Die Abhöre

Kommt wir zu unserem letzten Punkt bzgl. der Mixing Grundlagen: Auf das Thema Abhöre sind wir bereits unter „Homestudio einrichten“ eingegangen. Kurz: Verwende Studio Monitore! Das sind spezielle Boxen für Tontechniker, die das Signal besonders neutral wiedergeben, so dass Du dieses objektiv beurteilen kannst. Denn nicht nur der Raum an sich sollte das Signal möglichst wenig verfälschen, sprich es möglichst wenig mit Nachhall zumatschen. Auch die Abhörboxen müssen es neutral wiedergeben.

Es gibt aktive und passive Monitore. Aktivmonitore haben den Vorteil, dass sie bereits über einen integrierten Verstärker verfügen, der speziell auf das Monitorpaar abgestimmt ist! Bei passiven Monitoren musst Du noch extra einen entsprechenden Verstärker kaufen.


Stereodreieck

Stelle die Monitore so auf, dass ein gleichseitiges Dreieck zwischen den beiden Boxen und Dir als Hörer entsteht. Messe hierzu einfach die Abstände zwischen den Boxen zueinander und zwischen jeder Box zu Dir mittels Zollstock aus. Die Distanz sollte dabei jedesmal die gleiche sein! Nur so lässt sich das Stereobild neutral beurteilen.

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Weicht die Abhörposition von der Optimalen ab, wird das Stereobild verändert. Bspw. würden in die Mitte gemischte Signale nicht mehr als genau mittig wahrgenommen werden, sondern so klingen, als ob sie leicht nach links bzw. rechts verlegt wären.

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