Grundlagen

Selbst heute, zu Zeiten der vorwiegend digitalen Musikproduktion, gibt es nicht nur die digitalen Effekt Plug Ins am Computer.


Formen von Effekten

Effekte treten nach wie vor in den verschiedensten Formen auf. Gerade bei Hobby Musikern dominieren zwar die digitalen Effekt Plug Ins, Hardware Geräte werden jedoch nie aussterben.

Akustikmodule absorber bassfalle diffusor


Hardware Effekte

Hardware findet ihre Berechtigung vor allem darin, dass die Software-Nachahmungen nicht immer die gleiche Qualität aufweisen können. Zudem gibt es bestimmte Anwendungen, bei denen man kaum um ein Hardware-Gerät rum kommt.

effekt plug ins

Ein bekannter „Bodentreter“: das Boss CH-1 Chorus Effektpedal.

Nehmen wir als Beispiel die Gattung der „Bodentreter“: hier kann der Gitarrist, während des Spielens auf der Gitarre, gleichzeitig einen Effekt (z.B. einen Verzerrer) einfach mittels Fußpedal steuern.


Software Effekte

Dennoch werden auch für solche und ähnliche Anwendungen immer mehr Lösungen auf digitaler Ebene gefunden, so dass die Produktion kompletter Titel am Computer längst keine Unmöglichkeit mehr ist, sondern – gerade in Betracht des Kosten/Nutzen-Faktors – für Hobby-Produzenten sogar eine sehr attraktive Lösung.


Einsatz von Effekt Plug Ins

Inzwischen gibt es praktisch jeden Effekttypen auch als Software-Variante. Alle gängigen Sequenzerprogramme (wie z.B. Cubase oder Logic) sind bereits mit einer großen Auswahl an virtuellen Effekten ausgestattet, welche zum Großteil durchaus gute Qualität bieten. Zusätzlich lassen sich weitere Effekte in Form von Plug-Ins in das Programm einbinden.

audio-wissen-effekte

Bei Plug-Ins handelt es sich um Programmerweiterungen, die allein nicht nutzbar sind. Sie benötigen eine so genannte „Host-Software“, also ein Sequenzer-Programm, in das sie sich einbinden lassen und dann von dort aus geöffnet werden können. Du lädst das gewünschte Plug-In, z.B. einen Hall, in das Hauptprogramm und kannst damit dann auf den Hall zugreifen.


Plug In Schnittstellen

Welche Effekt Plug Ins Du in Deinem Host-Programm verwenden kannst, ist abhängig von den Schnittstellen, die Dein Programm unterstützt. Ein Beispiel: Handelt es sich bei einem Plug-In um ein VST-Plug-In, so lässt sich dieses in jede Software einbinden, die die VST-Schnittstelle unterstützt.

Du solltest also beim Kauf von Plug-Ins darauf achten, dass diese mit Deinem Programm kompatibel sind. Standard sind beim PC die Schnittstellen VST (von Steinberg) und DirectX (von Microsoft). Beim Macintosh gibt es ebenfalls die VST-Schnittstelle. Weitere sind hier AU (Audio Units), AS und RTAS (Audiosuite) und TDM.

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Hast Du Dir nun einige Effekt Plug Ins beschafft und möchtest diese verwenden, so musst Du sie in den entsprechenden Ordner Deiner Host-Software kopieren. Beim Sequenzer-Programm Cubase z.B. nennt sich dieser Ordner passenderweise „VstPlugins“. Er befindet sich im Programmordner, also in der Regel unter C:/Programme/Steinberg/CubaseX/VSTplugins.

Alle installierten Plug-Ins finden sich dann in entsprechenden Listen im Programm wieder.

effekt plug ins

Klicke in Cubase auf ein leeres Insert-Effekt-Slot (auf der Abbildung zum Beispiel auf das erste), spuckt das Programm Dir eine Liste aller installierten Effekt Plug Ins aus. Hieraus kannst Du das gewünschte Plug-In auswählen.


Send und Insert Effekte

Generell unterscheidet man bei Effekten zwischen Send- und Insert-Effekten. Bei Send-Effekten wird das Originalsignal an sich nicht verändert, sondern lediglich ein zusätzliches Effektsignal zum Originalklang hinzugefügt. Beispiel: Einer Stimme wird ein Hall hinzugefügt. Die Stimme selbst ändert sich nicht, sondern erhält lediglich noch einen Nachhall.

Bei Insert-Effekten ist es anders: Hier wird direkter Einfluss auf das Originalsignal genommen, sprich es wird ganzheitlich bearbeitet. Beispiel: Du senkst mit einem Equalizer die tiefen Frequenzen einer Stimme ab. Hier wird das Originalsignal nicht durch ein zusätzliches Effektsignal ergänzt, sondern der Effekt nimmt unmittelbaren Einfluss auf das Originalsignal, indem es die bassigen Anteile der Stimme reduziert.

Zu den Send-Effekten zählen vor allem Hall und Delay (Echo) sowie sämtliche Modulationseffekte (Chorus, Phaser, Flanger, etc).

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Zu den Insert-Effekten zählen Dynamikeffekte, wie Kompressor und Limiter, sowie auch Equalizer und Verzerrer.


Einsatz von Send Effekt Plug Ins im Sequenzer

Folgende Beschreibung bezieht sich auf Cubase, lässt sich jedoch ähnlich auch in anderen Programmen umsetzen.

Zunächst muss ein Effektkanal erzeugt werden:

  1. Klicke im Projektfenster oder im Mixer die rechte Maustaste an und wählen im nun erscheinenden Kontextmenü den Punkt „Spur hinzufügen: Effektkanal“ aus.
  2. Nun öffnet sich das Fenster „Effektkanalspur hinzufügen“. Hier sollte man in der Regel „Stereo“ aus dem Dropdown-Menü „Konfiguration“ wählen, da es sich bei Send-Effekten meist um Stereoeffekte handelt.
  3. Im selben Fenster wähle das gewünschte Effekt Plug In aus.

Nun musst Du nur noch je einen Teil des Kanalsignals der Audiospuren, die mit dem Effekt bearbeitet werden sollen, auf den neu erzeugten Effektkanal routen:

  1. Wähle hierzu den Editor eines Audiokanals, der mit dem Effekt bearbeitet werden soll, indem Du den e-Button des Kanals anklickst.
  2. Nun öffnet sich das Fenster „VST-Audiokanaleinstellungen“. Ganz rechts in diesem Fenster befindet sich ein sogenanntes Send-Effekt-Rack mit 8 Send-Effekt-Slots. Für jedes dieser Slots kannst Du theoretisch einen Effekt auswählen. Klicke in das leere Fenster eines dieser Slots und wähle den gewünschten (bzw. den zuvor erstellten) Effektkanal aus.
  3. Schalte den Slot durch Betätigen dessen Power-Button’s ein.
  4. Jetzt brauchst Du nur noch den Send-Regler des Effekt-Slots aufzudrehen.

–     Führe diese Schritte nun gegebenenfalls mit allen weiteren Audio-Spuren durch, die ebenfalls mit dem Effekt bearbeitet werden sollen.


Wenn Du das Effektsignal noch mit weiteren Effekten bearbeiten möchtest, gehe wie folgt vor:

  1. Wähle den Editor des Effektkanals aus, der noch durch weitere Effekte bearbeitet werden soll, indem Du den e-Button des Kanals anklickst.
  2. Nun öffnet sich das Fenster „VST-Effektkanaleinstellungen“. Dort findest Du ein sogenanntes Insert-Effekt-Rack, wobei der erste Insert bereits mit dem von Dir gewählten Effekt belegt ist. Theoretisch kannst Du nun für jedes weitere Slot einen Effekt auswählen, der dann das Signal des Effektkanals bearbeitet. Klicke dazu in das leere Fenster eines dieser Slots und wähle den gewünschten Effekt aus.
  3. Auch kannst Du den Equalizer des Effektkanals zur Frequenzbearbeitung des Effektsignals verwenden (dazu mehr unter dem Kapitel „Equalizer“).

P.S.: Eine entsprechende Beschreibung für Logic findest Du in meinem Buch Praxis-Leitfaden EFFEKTE!


Einsatz von Insert Effekt Plug Ins im Sequenzer

In allen gängigen Sequenzerprogrammen kannst Du eine Vielzahl von Insert-Effekten in die einzelnen Kanäle einschleifen. Dazu bietet jeder Kanal mehrere Insert-Slots. Die einzelnen Slots sind dabei in Form eines Insert-Effekt-Racks untergebracht.

effekt plug ins

Hier kannst Du nun für jedes Slot separat Effekt Plug Ins festlegen, indem Du einfach in das leere Fenster eines der Slots klickst und den gewünschten Effekt auswählst.

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